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Warum greifen wir bevorzugt zum teureren Wein?

Forscher der Uni Bonn und aus Frankreich: Größe von Gehirnstrukturen macht anfälliger für Marketingeffekte.

„Qualität hat ihren Preis!“ Dieser Slogan ist im Gehirn vieler Menschen fest verankert. Testpersonen greifen selbst dann bevorzugt zu teurerem Wein, wenn sich in den Flaschen eigentlich das identische Produkt befindet. Ein Forscherteam der Universität Bonn und der INSEAD-Business School in Frankreich hat untersucht, ob manche Konsumenten sich stärker durch Preisschilder und Markennamen beeinflussen lassen als andere. Ergebnis: Die Anfälligkeit für solche Marketingeffekte hängt mit der Größe bestimmter Gehirnstrukturen zusammen. Im „Journal of Marketing Research“ werden die Ergebnisse nun vorgestellt.

Mit dem höheren Preis verbinden viele die Erwartung, dass die teurere Variante auch besser schmeckt, selbst wenn sich die Produkte nicht unterscheiden. In den Experimenten des Forschungsteams haben die Testpersonen immer die gleichen Produkte konsumiert, einmal ausgezeichnet mit einem teuren Preis und einmal mit einem billigen Preis. Dieses Phänomen bezeichnen Wissenschaftler als „Marketing-Placebo-Effekte“: Wie ein Scheinmedikamente in der Medizin entfalten sie durch die ihnen zugeschriebenen Eigenschaften eine Wirkung, ohne dass dies durch den Inhalt gerechtfertigt wäre.

https://www.uni-bonn.de/neues/016-2015

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